Die Neat Momentum SX7i besitzen keine echten Schwächen und gehen als Allrounder durch. Sie spielen musikalisch stimmig und das auf sehr hohem Niveau. Doch im Grunde ist das nur die Pflicht für einen Lautsprecher dieses Preisniveaus, und das alleine wird den meisten Hörern in dieser Klasse nicht reichen, sie wünschen sich – zurecht – etwas Besonderes.

Das klanglich Besondere der Momentum SX7i lässt sich recht einfach benennen: Es ist dieses weiträumige Klangpanorama, gepaart mit dynamischer Souveränität und Leichtigkeit und dem wirklich tollen Tiefton. Hier spielt ein großer Lautsprecher. Einer, der vor allem jene Hörer ansprechen wird, die besonders auf das, was mit dem englischen Akronym PRaT – Pace, Rhythm and Timing – bezeichnet wird, abfahren. Weshalb mir persönlich dieser Test auch ganz besonderen Spaß gemacht hat.

Das wirklich Erstaunliche an der Neat ist freilich, dass sie dieses große, lässige und mitreißende Klangbild trotz ihrer doch noch humanen Größe aufzuziehen vermag. Schmale Säule, großes Klangkino – ein nicht zu unterschätzender Praxisvorteil.

Die Gesamttonalität der Neat darf man als balanciert bezeichnen, ohne echte Schlagseite. Dies ist ein Fullrange-Lautsprecher, der auch an den Frequenzbandextremen noch voll da ist. Basis vieler Tugenden der Neat ist ihr erstklassiger Bassbereich. Der absolute Tiefgang – insbesondere in Relation zur Gehäusegröße – ist hervorragend. Gleichzeitig versteht sie es, druckvoll und kontrolliert zu agieren. Um ihr Tiefton-Potenzial auszuspielen, sollte man etwas Verstärkerpower bereithalten. Mitten- und Hochtonbereich sind eine Einheit und tonal neutral gehalten – nicht warm, nicht kühl. Gute wie schlechte Aufnahmequalitäten werden kommentarlos weitergereicht. Sehr positiv fällt hierbei die feindynamische Differenzierungsfähigkeit auf, die Wiedergabe von Saiteninstrumenten etwa ist eine Wucht. Die Hochtonauflösung ist ganz gut, aber mit Bändchen, AMTs, Hörnern o. ä. geht bisweilen schon noch mehr. Nicht nur mikro-, auch makrodynamisch überzeugt die Neat Momentum SX7i. Auch bei sehr hohen Pegeln hat man das Gefühl, noch ordentlich Headroom zu besitzen – die Leichtigkeit und Transparenz der Wiedergabe bleibt erhalten. „Pegelfest“ klingt da viel zu schnöde. Souverän und lässig, auch wenn man es krachen lässt – das passt schon besser. Rhythmus- und Timinggefühl liegen der Neat einfach im Blut. In Sachen Lokalisationsschärfe gibt es Vertreter der Gattung, die etwas mehr Randschärfe bieten, demgegenüber wirkt die Neat organisch-runder. Anständige (aber auch nicht gleich hervorragende) Plastizität der Klänge. Die Momentum SX7i kann – wenn gefordert – ein richtig weitläufiges Klangpanorama aufziehen. Zur Perspektive: eher etwas weiter vor der Grundlinie Richtung Hörer, eher etwas höher als andere Boxen abbildend, standesgemäße, aber unauffällige Tiefenstaffelung.

Quelle: fairaudio Dezember 2015
Autor: Ralph Werner

Den kompletten Test lesen Sie hier.